Warum bauen plötzlich noch teurer geworden ist

Die globale Gesundheitskrise der letzten zwei Jahre führte bekannterweise zu weltweiten Lockdowns. Damit verbunden war, dass viele Unternehmen ihre Produktionen einstellen mussten und die Werke geschlossen wurden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Rohstoffe, fertige Produkte und diverse Bauteile nur noch ab Lager exportiert oder verkauft werden konnten. Mit der anhaltenden Pandemie wurden die Lager kleiner und die Produktion stand nach wie vor still. Dazu kam, dass einige der Produktionsstätten durch die Stilllegung in finanzielle Schieflage geraten sind und nach Beenden des Lockdowns die Produktion nicht mehr aufnahmen. Es kam zu Lieferschwierigkeiten und Engpässen. Daraus resultierte, dass die Waren knapp wurden und die Preise anstiegen. Die Wirtschaft erholte sich nur langsam aus der Pandemie und während der Erholungsphase ist nun noch der Krieg in der Ukraine mit Russland ausgebrochen, was neben dem vielen Leid und der grossen Zerstörung, einen erheblichen zusätzlichen Druck auf die weltweiten Lieferströme bewirkte. Dazu kommt noch, dass die weltgrössten Wirtschaftsmächte USA und China weiter im europäischen Raum sehr aktiv einkaufen. Die Nachfrage und der Nachholbedarf an Produktion sind gross, die Lager sind aber leer. Das führt dazu, dass die Preise anziehen und die Bauteuerung eine übermässige Steigerung erfährt. Die Teuerung belastet die Unternehmen und schliesslich den Endkunden, Bauherr.

Die Teuerung einseitig auf die Handwerker zu überbinden, ist eine kurzsichtige Strategie. Nicht mehr liquide Unternehmer sind am angespannten Markt nicht mehr verfügbar. Zudem kosten Konkurse von Handwerkern im Bauprozess den Bauherren nicht nur Ärger und Verzögerungen, sondern oft auch nicht verfügbare Garantieleistungen, trotz Garantiescheinen.

Was muss ich als Unternehmen oder als Bauherr in dieser speziellen Zeit beachten?

  • Das Allerwichtigste ist, dass in jedem Werkvertrag die Kostenbasis sowie die Teuerung geregelt vereinbart ist. Ein gutes Instrument bietet das Bundesamt für Statistik. Hier werden die Teuerungen für viele Einzelprodukte oder auch Gesamtleistungen statistisch erfasst.
  • Sind laufende Werkverträge ohne besondere Vereinbarung von der aktuellen Situation betroffen, empfiehlt es sich, die Kostenkontrollen in kurzen, regelmässigen Abständen zu überprüfen.
  • Bei Festpreisverträgen ist darauf zu achten, welche Form der Teuerungsabrechnung (Global- oder Pauschalpreis) vereinbart ist. (SIA 118 / Artikel 40/41)
  • Durch flexible Material- und Produktauswahl der Planer und Bauherrschaften werden global agierenden Handelsgruppen vermehrt ein nachhaltiges, faires Marktverhalten abverlangt.

Wie lange diese aussergewöhnliche Situation noch anhalten wird, ist nicht abschätzbar. Fakt ist, dass die aktuelle Lage dazu beigetragen hat, dass Bauen in einer sehr kurzen Zeit erheblich teurer geworden ist.

Wir wollen mit einer aktiven Kommunikation zwischen Bauherrschaften, Planern und Handwerkern partnerschaftliche Lösungen in einem schwierigen Umfeld erwirken.

 

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